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WARUM BERÜHRUNG UND ZÄRTLICHKEIT
SO WICHTIG SIND

Tiere suchen sie oft instinktiv, die Berührung
mit ihren Artgenossen. Katzen, die aneinander entlang streichen,
Hunde, die sich stupsen, Pferde, die einander liebkosen.
Nur wenige Sekunden dauert das zärtliche Ritual
oft - doch es reicht aus, um wichtige biochemische Funktionen im
Körper anzukurbeln. Wissenschaftler der renommierten School of Medicine
der Yale University in New Haven (Connecticut, USA) haben jetzt
herausgefunden, dass Menschen ohne die mindestens zeitweilige Berührung
mit Mitmenschen verkümmern.
Professor Lea Shreve: "Das Einanderberühren löst
eine hormonelle Spontanproduktion aus, die belebend und anregend
wirkt. Der gesamte Organismus wird vitalisiert, oft schon durch
ein einzelnes sanftes Streicheln oder einen Klaps auf den Oberarm."
WAS ZÄRTLICHEIT IN UNSEREM INNERN
BEWIRKT
- Die Bauchspeicheldrüse schüttet vermehrt ihr
Hormon Glukagon aus. Es setzt Glukosereserven, das so genannte
Glykogen, aus Leber und Muskeln frei. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel.
Man fühlt sich angeregt, aktiviert.
- Auch Adrenalin wird vermehrt freigesetzt, ein
Hormon, das ebenfalls den Glukose- bzw. Blutzuckerspiegel anhebt.
Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel macht müde, schlapp, lustlos
und verzagt.
- Der Blutdruck steigt geringfügig, ebenfalls
die Durchblutung. Dadurch werden alle rund 70 Billionen Körperzellen
besser mit Nährstoffen versorgt, die Haut strafft sich, der Zellstoffwechsel
wird stimuliert.
- Hirnanhangdrüse und Nervengewebe steigern die
Produktion ihrer belebenden Hormone und Peptide.
- Insbesondere die Synthese von Hormonen aus dem
so genannten gonadotropen Regelkreis (Sexualhormone) wird mächtig
aktiviert. Dazu zählen LH (luteiniserndes Hormon) und FSH (follikel-stimulierendes
Hormon) sowie Östrogene und Testosteron.
"Es gibt einsame Menschen, die wie elektrisiert auf
die zufällige Berührung mit Wildfremden reagieren", erklärt Dr. Ann
Hayes vom Medical College in Georgia (USA). "Für allein gelassene
Partner birgt dies eine explosive Gefahr und Verlockung zum Seitensprung.
Oft schlummert die latente Bereitschaft über Jahre, ja Jahrzehnte
hinweg. Bei der erstbesten Gelegenheit bricht dann ein Vulkan der
Liebesbereitschaft aus." Tipp von Wissenschaftler an alle Paare: Unbedingt
immer wieder die Berührung suchen. Auch wenn dies nur wenige Male
am Tag geschieht. Eine Umarmung, ein Kuss, eine Liebkosung tun nicht
nur der Seele gut. Der Organismus braucht Phasen der Zärtlichkeit,
um seinen Zellstoffwechsel in Schwung zu halten. |