UNSERE MUSKELN HALTEN UNS JUNG
Wir haben rund 250 verschiedene davon. Manche können wir selbst beeinfussen, wie die Muskeln unserer Arme, Hände oder Beine. Auf andere wiederum haben wir keinen Einfluß, z.B. auf den Herzmuskel oder die feinen Muskeln, die unsere Gefäße verengen oder erweitern. Wenn wir körperlich gut drauf sind, tragen die Muskeln rund 40 Prozent zu unserem Körpergewicht
bei.
Schwere Hanteln heben zählt nicht zu der Art Training, das unsere Muskeln besonders schätzen. Dabei werden bestimmte Muskelpartien übertrainiert, andere vernachlässigt. Hilfreich ist jedoch, bim Joggen oder bei der Gymnastik kleine Handgelenk- oder Knöchelgewichte anzuschnallen. Eine Drei-Minuten-Übung kann dann das so genannte Dystrophin-Gen, das unsere Muskeln wachsen läßt, erheblich stimulieren.
Je nach Training werden unterschiedliche Muskeln gekräftigt. Marathonläuifer oder Langstreckenschwimmer entwickeln mehr rote Muskeln, Sprinter oder Gewichtheber mehr weiße Muskeln. Jegliches Trainieren wird aber zwecklos, wenn wir uns schlecht ernähren. Ebenso wie das Bindegewebe sind nämlich auch Muskeln Eiweißreservoir. Wenn dem Stoffwechsel Aminosäuren fehlen, die kleinsten Eiweißbausteine, holt er sie sich unbarmherzig unter anderem aus den Muskeln. Da kann es passieren, dass man trotz schweißtreibender Übungen immer muskelschlapper wird.
Gerade die Muskelzellen legen Wert auf gesunde Ernährung. Eiweißreiches essen, wie z.B. Riesenschnitzel, ist Unsinn – in Gemüse ist für einen Durchschnittsssportler allemal genügend an Proteinen enthalten. Gemüseeiweiß hat darüber hinaus eine bessere Verwertbarkeit, gelangt rascher in den Proteistoffwechsel.
Die Muskeln brauchen auch Sauerstoff, weil ihre Zellen viele Mitochondrien enthalten, die klitzekleinen Brennkammern, in denen Fett und Glukose zu Körperenergie verbrannt werden. Bis zu 1 000 solcher Energieöfen sind in einer kraftvoll-gesunden Muskelzelle enthalten. Wenn Muskeln aber nicht beansprucht werden, sinkt die Anzahl der Mitochondrien, und wir werden müde, matt, träge und dick.
Wer eine hübsche Figur mit sportlichen Muskeln haben möchte, sollte einmal am Tag trainieren, jedoch möglichst nur bis zu 70 Prozent der Leistungsfähigkeit der Muskeln. Dies reicht vollkommen aus – es sei denn, man geht auf Weltrekordjagd. Um ein Kilo neue Muskelmasse aufzubauen, braucht man 6 000 Extrakalorien. Was schließt der kluge Mensch daraus? Jawohl – Abmagerungskuren und Muskeltraining vertragen sich nicht.
Wenn Muskeln nicht beansprucht und belastet werden, sind sie auch dann ungenügend mit Nährstoffen gefüttert, wenn wir uns kerngesund ernähren. Ihre Zelllen nehmen dann trotzdem zu wenig Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren usw. auf. In schwachen Muskeln sind die Konzentrationen an Wasser, Fettstoffen, Glukose und Bindegewebe vergleichsweise erhöht, sie sehen unter Umständen kräftiger aus, als sie es in Wirklichkeit sind. Deshalb werden sie nach dem ersten Training sogar dünner, weil sie unnötige Füllstoffe verlieren
