GESUNDHEITSTIPPS

 

NÄCHTLICHER HARNDRANG

Wenn man nachts häufig raus muss, liegt dies oft an mangelhaft durchbluteten Blasenschleimhäuten. Im Schlaf erschlafft der Muskeltonus, die Körpertemperatur sinkt leicht ab, die Gefäße sind geringfügig verengt. Dies alles trägt dazu bei, dass zu wenig wärmendes Blut durch die feinen Kapillaren zirkuliert, die Schleimhäute entwickeln zu weuig Wärme. Als Folge davon breiten sich Bakterien aus, die der Organismus mit dem Harn auszuschwemmen versucht. Dabei genügt es oft schon, wenn die Temperatur nur um ein halbes Grad absinkt, weil auch der in der Blase enthaltene Harn erwärmt bzw. an die Körpertemperatur angepasst werden muss. Der lästige Harndrang lässt meist nach, wenn man sich nach dem Aufstehen bewegt und auf diese Weise mehr Körperwärme erzeugt.
Hilfreich ist besonders warme Unterwäsche. Spätabends sollte man auch nicht mehr so viel trinken, die für die Gesundheit erforderliche Flüssigkeitsmenge also im Wesentlichen lieber vor 19 Uhr zu sich nehmen. Abends – und vor allem spätabends – nicht zu eiweißreich essen. Fleisch, Fisch, Wurst oder Käse sind meist stark  gesalzen, das Natrium im Kochsalz verengt Gefäße zusätzlich, lässt die Blasentemperatur demnach weiter absinken. Ideal ist eine kohlenhydratreiche Abendmahlzeit, wie z.B. Spaghetti mit Tomatensoße, Milchvanillereis, Kaiserschmarrn oder ganz einfach nur ein Butterbrot mit Honig. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dann vermehrt ihr Hormon Insulin aus, das gefäßerweiternd wirkt. Die Folge: Blasenschleimhäute bleiben besser durchblutet, ihre Temperatur sinkt nicht so stark ab, der lästige Harndrang lässt nach.

NATÜRLICHER HAUTSCHUTZ

Unsere Haut produziert ihre eigene Feuchtigkeitscreme aus Schweiß, abgeschilferten Schuppen, ranzigem Cholesterin und oxidierten Fettsäuren, in dem sich hautfreundliche Bakterien konzentrieren. Dieser etwas säuerliche und salzhaltige Schutzfilm bildet ein Abwehrbollwerk gegen schädliche äußere Einflüsse, wie z.B. zu starke Sonnenbestrahlung, krankheitserregende Mikroorganismen, Pilze, Parasiten usw. Solange dieser Film intakt ist und sich ständig erneuert, wirkt er wie ein Puffer gegen schädliche Einflüsse, und die Haut trocknet nicht aus.
Doch leider greift so mancher Zeitgenosse in übertriebenem Reinlichkeitswahn jede halbe Stunde zu aggressiven Seifen oder anderen Produkten und schrubbt den wertvollen Schutzfilm von seiner Haut. Der acetongetränkte Wattebausch wird gleich ganz dunkel oder schwarz - irrtümlicher Beweis dafür, dass die Haut dringendst eine gründliche Säuberung gebraucht hat. Doch das Gegenteil ist der Fall. Nun schrillen in den Keratinozyten (den Hautzellen) die Alarmglocken,  Schweiß- und Talgdrüsen produzieren in ihrer Not erhebliche Mengen neuer Schutzschmiere. Die natürliche Balance im Wasserhaushalt der Haut entgleist, die Haut ist entweder ständig zu schweißfeucht, oder aber sie trocknet mit der Zeit aus, wird rissig, es kommt zu feinsten Blutungen, möglicherweise zu Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Neurodermitis. Auch unsere Haare werden von Keratin-bildenden Zellen der Haarzwiebel produziert, ohne den feinen Schutzfilm auf der Kopfhaut kommt es schnell zu Schuppenbildung, zu Haarausfall, Spliss oder vorzeitig ergrautem Haar..
Moderne Dermatologen empfehlen, Haut und Haar nicht zu häufig zu waschen. Je milder, hautfreundlicher das Reinigungsmittel ist, desto empfehlenswerter. Seifen, Lotionen, Shampoos sollten neutral sein, weder zu ätzend-scharf noch zu basisch-alkalisch. Am besten in der Apotheke beraten lassen.