GESUNDHEITSTIPPS

 

BAUCHSPEICHELDRÜSE: EIN WICHTIGES ORGAN

Das so genannte Pankreas verrichtet nämlich unauffällig und emsig seine Pflicht, ohne sich jemals zu beschweren, ohne zu schmerzen, wenn es ihm mal nicht so gut geht. Die Drüse wiegt nur etwa 70 bis 80 Gramm, sie ist Fabrik wichtiger Enzyme und Hormone.
Für die Verdauung stellt sie Enzyme her: so genannte Proteasen für die Eiweißverwertung, Lipasen für Fettverdauung, Amylase für die endgültige Zersetzung von Kohlenhydraten und Nukleasen für die Verkleinerung von Nukleinsäuren, aus denen die Chromosomen und Gene in unseren Zellkernen zusammengesetzt sind.
Nicht minder wichtig ist die Herstellung zweier Hormone: Insulin und Glukagon. Wenn wir Kohlenhydratreiches essen, machen Enzyme erst einmal deren kleinste Bausteinchen, die Glukosemoleküle daraus. Die werden dann mit Hilfe von Insulin in Körperzellen eingeschleust. Glukose wird auch als Blutzucker bezeichnet, das Hormon Insulin spielt demnach für unseren Blutzuckerspiegel eine bedeutende Rolle.
Unsere Gehirn- und Nervenzellen akzeptieren ausschließlich Glukose als Energienahrung – im Gegensatz zu allen anderen Körperzellen, die auch Fett als Brennstoff verwenden. Wenn der Glukose- bzw. Blutzuckerspiegel zu niedrig ist, sind unsere Nerven und unser Gehirn mit Energiebrennstoff unterversorgt, du wir werden müde, lustlos, eventuell depressiv oder gereizt. Frauen, die geringere Glukosereserven haben als Männer, greifen dann instinktiv oft gerne nach Süßem. Die darin enthaltene schnelllösliche Gukose treibt den Blutzuckerspiegel rasch nach oben – und Nerven- und Gehirnzellen sind spontan besser versorgt.
Gleichzeitig pumpt freilich die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut, und dieses Hormon baut die kleinen Glukosemolekülchen in Zellen ein, und der Blutzuckerspiegel sinkt wieder. Wenn er in oder unter einen bestimmten Bereich fällt, wird`s für Nerven und Gehirn wieder bedrohlich – dann stellt das Pankreas sein zweites Hormon zur Verfügung, den Gegenspieler von Insulin, Glukagon. Dieses Hormon öffnet so genannte Glykogenspeicher in Leber, Blut und Muskeln, dies sind Glukosereservedepots. Der Blutzuckerspiegel steigt wieder.
Wenn nun ein Mensch viel Süßes ißt oder trinkt oder sich auch viel von hellen Teigwaren, poliertem Reis oder Weißmehlprodukten ernährt (die allesamt schnelllösliche Glukose enhalten), schrillen in der armen Drüse ständig die Alarmglocken. Erst muß massenweise Insulin produziert werden, gleich darauf schon wieder Glukagon. Dies geht oft unablässig hin und her – bis sich die arme Drüse eines Tages erschöpft.
Sie stellt dann nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme her, die Nährstoffverwertung wird immer schlechter. Das Pankreas kann sich auch unter Dauerbelastung entzünden. Eines Tages ist es vielleicht zu spät – denn es gibt keine oder kaum Warnsignale. „Krebs“, mag der Arzt dann sagen. Pankreaskrebs zählt zu den tückischsten und gefährlichsten Krebsarten, die es gibt.